| Staufenberg-Schule
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| Übersicht
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Geschichte des Weins 2 | ||||||||||||||||
| Das Projekt | ...nachdem
die äußeren Vorbedingungen geschaffen waren, ging man alsbald
daran, auch an besonders als geeignet erscheinenden Plätzen den Boden herzurichten und neue Reben anzulegen, nicht so sehr um den Weinerwachs im Amt zu steigern, als vielmehr durch solche Neuanlagen die Untertanen zu belehren über (die) zweckmäßige Behandlung der Reben beim Setzen, Beschneiden usw. (...) und vor allem um edleren Rebsorten in Durbach Eingang zu verschaffen. Das Setzen der Stöcke in Reihen scheint noch nicht allgemein üblich gewesen zu sein. Da die mannigfache Abgaben, die der Rebbauer zu leisten hatte, lediglich nach der Menge bestimmt waren und unmittelbar im Herbst geliefert werden mußten, suchten die Winzer möglichst viel Wein zu bekommen und pflanzten die Stöcke so eng als es ging aneinander, wobei dann oft die Trauben nicht zu genügender Reife gelangen konnten, und nur ein sauerer und geringer Wein erzielt wurde. Diese auch sonst bekannte Tatsache findet sich auch durch die Angabe in einem Visitationsbericht von 1776 bestätigt, nach der auf den herrschaftlichen Rebhöfen ein Haufen Reben aus 300 Stöcken besteht und 22 solcher Haufen einen Morgen oder ein Jeuch ausmachen. Heute werden in Durbach 16 Haufen auf einen Morgen gerechnet, wobei dann die Stöcke ungefähr 80 cm von einander entfernt stehen; sie können hier, weil die Rebhalden steil sind und die Sonnenstrahlen in einem größeren Winkel auf sie auffallen, enger gepflanzt werden, als es auf mehr flachem Gelände möglich ist. Bei der im Jahre 1776 begonnenen Anlage eines neuen herrschaftlichen Rebhofes auf dem sog. "Duppelsberg" wurden bei der Herrichtung des Geländes Erkenntnisse aus den Kammergütern im Unterland eingebracht sowie Anregungen verwertet, wie sie die damalige Literatur über Agrarfragen bot. Dann wurde als Rebsatz nicht die üblichen geringen Sorten, wie Räuschling u. dergl. gewählt, sondern 8000 Setzlinge von der kleinen Rißlingsorte aus den herrschaftlichen Reben zu Durlach gepflanzt. Die Absicht, sich Setzlinge aus der Moselgegend zu verschaffen, mußte aufgegeben werden, da dort viele Reben im Winter erfroren waren. Im Jahre 1782 wurde dann das Vorhaben ausgeführt, durch den Kauf von edlen Setzlingen eine Grundlage zu schaffen und bei der leichten Vermehrbarkeit der Rebe allmählich alle Rebstücke mit der edlen Sorte zu bepflanzen. 2000 Stück zweijährige Rißling-Wurzlinge aus den berühmten Weinbergen zu Bergen und 1500 Stück einjährige aus der Nähe von Frankfurt wurden zu sehr hohen Preisen erworben. Diese wurden in die herrschaftlichen Reben im "Klingelberg" eingepflanzt, nachdem die dort vorhandenen geringeren Sorten ausgehauen worden waren, sowie in den "Starzengrund" und in den "Bienengraben" gesetzt. Sie gediehen hier so vortrefflich, daß schon nach einigen Jahren Setzlinge abgegeben werden konnten. Die herrschaftlichen Reben im Amt Staufenberg erhielten so nicht nur für Durbach, sondern für den badischen Rebbau überhaupt als "Pflanzstätte des Qualitätsbaues" erhebliche Bedeutung. |
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